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Öl-Schock prallt ab: DAX zeigt Widerstandskraft

Frank Sohlleder
29. September 2026

Öl-Schock und Rekordrenditen prallen ab: DAX beweist bemerkenswerte Widerstandskraft!

Der deutsche Leitindex hat zum Wochenstart enorme Nehmerqualitäten bewiesen. Trotz massiven makroökonomischen Gegenwinds schloss der DAX nur hauchdünn im Minus und beendete den Handel bei 25.374,42 Punkten (-0,13 Prozent). Erst im Späthandel zog die schwächelnde Wall Street das Frankfurter Parkett knapp unter die Nulllinie. Zuvor trotzte der Markt zwei gravierenden Belastungsfaktoren: Brent-Rohöl schoss um 3,1 Prozent auf 107,55 US-Dollar nach oben, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen spürbar auf 5,26 Prozent anzog. Diese bemerkenswerte Widerstandskraft resultiert aus der Marktwahrnehmung, dass das hohe Renditeniveau nicht nur Inflationssorgen, sondern auch einen zugrundeliegenden Konjunkturoptimismus widerspiegelt. Dennoch bleibt die geopolitische Lage hochgradig fragil. Zwar stehen indirekte US-Iran-Gespräche an, doch Meldungen über ein von Donald Trump abgelehntes Verhandlungsangebot Teherans hielten die latente Nervosität im Hintergrund aufrecht.

Porsche auf Allzeittief: Merck glänzt durch US-Impulse, Chart-Risiken wachsen

Auf Unternehmensebene präsentierte sich ein stark gespaltenes Bild. An die DAX-Spitze setzte sich Merck KGaA mit einem Kursplus von 2,6 Prozent, angetrieben von positiven Signalen der laufenden Astro-Krebskonferenz in Boston. Abseits des Leitindex überzeugte Südzucker mit starken Quartalszahlen und einem konkretisierten Ausblick, während in der Chemiebranche Evonik und BASF im Fokus standen. Das fundamentale Negativ-Highlight lieferte hingegen die Porsche-Vorzugsaktie, die schonungslos auf ein neues Allzeittief abrutschte. Charttechnisch mahnt die aktuelle Seitwärtsbewegung zur strikten Vorsicht: Ohne klare Stärkesignale wächst das Risiko für einen Test der offenen Kurslücke bei 25.130 Punkten. Bleibt eine Erholung aus, ist selbst ein Rutsch unter die psychologisch wichtige 25.000er-Marke nicht auszuschließen.

Makro-Stresstest für die Wall Street: US-Verbrauchervertrauen und BMW im Fokus

Am morgigen Dienstag richtet sich der Blick zunächst auf den Münchener Automobilsektor, wenn BMW seinen strategisch wegweisenden Capital Markets Day abhält. Am Nachmittag steht den internationalen Märkten dann ein echter makroökonomischer Stresstest bevor: Es wird ein massiver Einbruch beim US-Verbrauchervertrauen (Prognose: 89,2 nach 98,4) erwartet. Kombiniert mit dem wichtigen US-JOLTS-Arbeitsmarktbericht könnte dies die heutige Widerstandskraft der Börsen auf eine harte Probe stellen. Die alles entscheidende Kernfrage lautet: Bestätigt sich die harte konjunkturelle Eintrübung beim amerikanischen Konsumenten, und liefern die anlaufenden indirekten Nahost-Gespräche rechtzeitig deeskalierende Signale, um den stark steigenden Ölpreis wieder einzufangen?

 

 

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