Spread Betting wirkt auf den ersten Blick sehr simpel: Sie spekulieren auf steigende oder fallende Kurse und lassen den Basiswert außer Acht. Doch der Teufel steckt im Detail, denn die Market Microstructure entscheidet darüber, zu welchen Konditionen Sie ein- und aussteigen.
Zudem spielt auch die Zuverlässigkeit der Orderausführung eine Rolle und bestimmt darüber, wo unerwartete Kosten entstehen. Gerade im Spread Betting, wo Spreads, Fills, Slippage und Liquidität zentrale Funktionen übernehmen, ist das Wissen über die finanzielle Market Microstructure essenziell.
Unser Guide bringt Ihnen das Konzept näher und erläutert, welche Ideen und Gedanken dahinterstehen und warum Marktstruktur, Orderfluss, Liquidität und Preisbildung Einfluss auf enge oder weite Spreads, korrekte Ausführungen und entstehende Slippages haben. Je mehr Wissen Sie in dieser Thematik vorweisen, umso gezielter können Sie ins Handeln kommen. Mehr Kontrolle über Risiken, mehr Chancen auf bessere Ergebnisse im Orderbuch.
Was ist Market Microstructure und warum sie für Trader wichtig ist
Unter dem Begriff der Market Microstructure definiert sich der Ablauf oder die Mechanik der Finanzmärkte. Der Oberbegriff umfasst die Preisbildung, die Ausführung der Orders sowie deren Verarbeitung. Auch die Interaktion der unterschiedlichen Marktteilnehmer fließt in die Mikrostruktur ein.
In der gängigen Finanztheorie wird zum großen Teil von reibungslosen Bedingungen ausgegangen. Ein Markt, der keine Ecken oder Kanten aufweist. Dagegen beleuchtet die Financial Market Microstructure die ungeschönte Realität: begrenzte Liquidität bei Tradern, stockender Informationsfluss, unregelmäßige Order Flows und technische Komplikationen bei Plattformen.
Für Trader ist das Bewusstsein über einen realen Markt besonders wichtig. Denn Gewinne und Verluste hängen keineswegs nur von der spekulierten Marktrichtung ab, sondern auch vom Grundpreis und der Tatsache, wie die Preise im Markt entstehen. Das Zusammenspiel von Kauf- und Verkaufsorders ist die Basis für die Preisbildung, wobei der jeweils höchste Kaufpreis und der niedrigste Verkaufspreis den aktuellen Marktpreis bestimmen. Zwei Trader können im Handel dieselbe Markterwartung haben, doch im Order Flow Trading ist dies nur ein Wunsch. Aufgrund von Spreads, Slippage oder verzögerter Ausführung gleichen Erwartungen selten den realen Verkaufs- oder Kaufergebnissen.
Zentrale Konzepte der Market Microstructure-Theorie
Erst die einzelnen Bausteine machen Market Microstructure zu einem sinnvollen Konzept. Daher lohnt sich der Blick auf die unterschiedlichen Elemente, um Wirkungsweisen und Modelle zu verstehen. Im Gesamtgefüge erhalten Sie somit ein gutes Tool, mit dem Sie Marktanalysen besser einordnen und typische Ausführungsprobleme schneller erkennen.
- Bid-Ask-Spread: Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis wird im Trading als Spread bezeichnet und definiert die Transaktionskosten. Sind enge Spreads verbreitet, ist hohe Liquidität im Markt. Sind dagegen breite Spreads vorwiegend vorhanden, kann eine geringe Marktaktivität der Grund sein.
- Liquidität: Die Liquidität definiert, inwiefern ein Markt große Orders verarbeitet und gleichzeitig in seinen Preisen stabil bleibt. Sie gibt gleichzeitig Auskunft darüber, wie stark oder schwach die Markttiefe ist.
- Order Flow: Der Order Flow gibt die Balance zwischen Kauf- und Verkaufsorders wieder. Bei Experten gilt Order Flow im Trading als klassischer Indikator, der die Marktsituation antreibt oder stocken lässt.
- Informationsasymmetrie: Jeder Marktteilnehmer hat seine eigenen Informationsquellen. Diese können detailliert, oberflächlich oder langsam sein. Daraus ergibt sich ein Ungleichgewicht in der Informationslage.
- Preisfindung: Market Microstructure untersucht, wie aus einzelnen Trades und Orders ein solider Marktpreis entsteht.
Wie Market Microstructure die Orderausführung beeinflusst
Wenn Sie eine Order ausführen, wird die Erwartung selten dem realen Ergebnis entsprechen. Diese Lücke ist jedoch ganz natürlich und zeugt keineswegs von schlechtem Trading beim Spread Betting. Market Microstructure erklärt, warum Ausführung und Theorie Unterschiede aufweisen.
Verändert sich der Preis zwischen Order-Moment und Ausführung, tritt ein Slippage auf. Besonders in Märkten, bei denen geringe Liquidität oder hohe Volatilität herrscht, ist Slippage keine Ausnahme. Vielmehr ist es die Regel, denn Marktteilnehmer fehlen. Die überbrückende Zeit lässt den Kurs weiter steigen oder sinken und verändert den Preis.
Auch der Zeitpunkt der Order ist entscheidend. Während starker Handelszeiten ist die Ausführung meist besser als in ruhigen Marktphasen. Sind zwei Börsen gleichzeitig geöffnet, finden Sie mehr Marktteilnehmer als bei lediglich einer geöffneten Börse.
Zudem ist nicht nur die Menge wichtig, sondern auch die Frage, wer handelt. Wenn Unternehmen und Institutionen ihren Order Flow ins Trading schicken, steigen die Aktivitäten spürbar an. Zeigen sich nur private Trader an den Märkten, sind die Kursbewegungen deutlich zögerlicher.
Market Microstructure Trading und Ausführung im Spread Betting
Die Mikrostrukturen beeinflussen das Spread Betting deutlich stärker als den typischen Börsenhandel. Der Grund liegt in der Handelsweise: Statt im Orderbuch der Börse zu handeln, nutzen Sie die Preise direkt vom Anbieter. Dadurch sind Preise agiler.
Diese Preise orientieren sich an den Vorgaben des jeweiligen Marktes, können aber zu jeder Zeit angepasst werden. Damit gestalten Anbieter eine Risikoabsicherung. In Phasen hoher Volatilität oder geringer Liquidität können Spreads deutlich ausgeweitet werden. Für Sie bedeutet das höhere Kosten.
Somit verlangt Financial Market Microstructure Trading einerseits, den Markt zu verstehen, andererseits, das Anbieterverhalten einzuschätzen. Fragen Sie sich zum Beispiel:
- Wann werden Spreads und Preislücken typischerweise breiter?
- Wann ist das beste Timing zur Ausführung?
- Welche Märkte verändern sich nach Veröffentlichung von Meldungen stärker?
Wer das Zusammenspiel der einzelnen Faktoren versteht und die Markttiefe kennt, baut darauf eine solide Strategie für seinen Order Flow auf. Allerdings muss bei der dynamischen Auswirkung stets mit Vorsicht gehandelt werden.
Market Microstructure in der Praxis: Liquidität, Orderbuch und Markttiefe
Wie bereits erwähnt, wird beim Spread Betting mit den Preisen der Anbieter gehandelt. Ein Orderbuch gibt es somit in klassischer Form nicht. Dennoch ist es wichtig zu verstehen, wie Markttiefe und Orderbuch zusammenhängen.
Im Orderbuch finden Sie alle Informationen zu den Kauf- und Verkaufsorders, die im Markt vorhanden sind. Sind zahlreiche Orders in verschiedenen Preissegmenten vorhanden, wird eine hohe Markttiefe deutlich. Dieser Zustand stabilisiert die Preise.
Markttiefe lässt sich weiterhin einschätzen, indem Sie auf folgende Dinge achten:
- das Verhalten des Marktes bei größeren Kursbewegungen
- die Reaktion auf Nachrichten oder Wirtschaftsdaten
- eine liquide Ordermenge
Die Liquidität bleibt nie konstant und wird sich im Laufe des Handlungstages verändern. Ein klares Beispiel ist: Tagsüber werden Sie stets auf deutlich stärkere Aktivitäten stoßen als in der Nacht. Dies mag simpel klingen, kann aber Teil einer durchdachten Tradingstrategie sein.
Ausführungsrisiken im Spread Betting richtig managen
Ohne ein gutes Risikomanagement sollte kein Trader auf den Markt gehen. Fehlerhafte oder falsche Ausführungen gehören zu den größten unterschätzten Störfaktoren im Spread Betting. Sie verringern jedoch Ihr Ausführungsrisiko, indem Sie verstehen, wann Märkte mehr oder weniger liquide sind, und die Positionsgröße entsprechend steuern. Über die Market Microstructure erhalten Sie die Tools, mit denen Sie Risiken minimieren.
Grundlegend muss verstanden werden, mit welcher Orderart Sie sich befassen. So garantieren Ihnen Market Orders eine klare Ausführung, aber der Preis kann variieren. Dagegen halten Limit Orders den versprochenen Preis, werden aber eventuell nicht ausgeführt. Um sich in diesen Details nicht zu verirren, sollten Sie von Beginn an im Klaren darüber sein, was Sie wollen und wie Sie handeln wollen.
Jede Nachricht und jeder Unternehmensbericht kann ein Risiko darstellen und innerhalb weniger Sekunden das Marktgeschehen verändern. Überstürztes Handeln oder Zurückhaltung? In solchen Situationen müssen Sie eine Entscheidung treffen. Über die Market Microstructure lernen Sie sicherer, welches Handeln in welchem Moment die bessere Wahl ist.
Ausführungsrisiken sollten in jeder Strategie einkalkuliert werden. Zwar handelt stets ein Restrisiko auf den Märkten mit, aber clevere Züge und Know-how spannen ein Netz, in das Sie sanfter fallen. Die entsprechenden finanziellen Rücklagen bleiben somit geschont.
Market Microstructure Trading und Spread Betting – FAQs
Ist Market Microstructure für Einsteiger geeignet?
Market Microstructure ist für Anfänger und Profis gleichermaßen geeignet. Wichtig ist, dass aufmerksam und mit Bedacht gehandelt wird. Es empfiehlt sich, mit wenig Kapital erste Trades zu setzen.
Warum weiten sich Spreads manchmal stark aus?
Breite Spreads sind meist ein Zeichen für sinkende Liquidität oder steigendes Risiko. Wenn Unternehmen neue Nachrichten veröffentlichen oder Berichte angekündigt werden, reagiert der Markt deutlich stärker.
Hilft Market Microstructure beim Risikomanagement?
In jedem Fall kann Market Microstructure das eigene Risikomanagement unterstützen. Je intensiver die Risikofaktoren bedacht und ihre Auswirkungen verstanden werden, umso sicherer können Trades erfolgen.
Ist Market Microstructure Trading eine eigene Strategie?
Market Microstructure als Strategie zu bezeichnen, wäre ungenau. Eher ist es ein Rahmen, der Recherche- und Analysezwecke stützt. Strategien lassen sich mit diesem Überbau stärken und an realistischen Situationen messen.
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